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Hohe Wachstumsraten im Osten und Leistungsexplosion im Westen

Druckindustrie in China
Heidelbergs Strategie in China
Indien kommt wieder in Schwung
Interview : Natasha Tandon, Leiterin Marketing manroland India

Knapp ein drei Viertel Jahr vor der drupa blickt die Branche nach vorn. Die Druckindustrie in den USA und in Europa hat durch die Krise seit 2008 einen rasanten Wandel erlebt. Hinzu kommt: Die Märkte in den Industrienationen sind größtenteils gesättigt, die grafische Branche schrumpftbei gleichzeitigem Anstieg der Leistungsfähigkeit und Produktivität. Dagegen kommen erfreuliche Nachrichten aus Asien, Lateinamerika und dem indischen Raum. Dabei wird eines deutlich: So unterschiedlich die Entwicklungen in den einzelnen Ländern auch sind, so haben die Druckunternehmen im Wesentlichen doch alle mit den gleichen Problemen zu kämpfen: der Wettbewerb mit den digitalen Medien, Preisdruck, Fachkräftemangel – um nur die wesentlichen zu nennen. In Teil 1 dieser Artikelserie werden die Emerging Markets Indien und China beleuchtet, Teil 2 setzt sich mit den drei größten lateinamerikanischen Märkten auseinander: Chile, Argentinien und Brasilien.

Druckindustrie in China

„Die Druckindustrie in China ist sehr stark und professionell – wir können jeden Bedarf decken und genau die Qualität liefern, die unsere Kunden erwarten”, versichert Koo Hu, Sales Manager bei Shenzhen Caimei Printing Co., Ltd. in China. Tatsächlich hat Chinas Wirtschaft die Wirtschaftskrise vergleichsweise gut überstanden. Konjunkturpaket und gelockerte Kreditvergabe konnten einen Einbruch des Binnenkonsums verhindern. Die Druckindustrie ist laut einem Bericht der German Trade and Invest (http://www.gtai.de) im Vergleich zu anderen Ländern überraschend gut durch die Krise gekommen. Demnach stieg der Produktionswert der Branche laut Angaben der China Printing and Printing Equipment Industries Association 2009 um 10 Prozent auf 77 Mrd. US-Dollar. Als Grund für die antizyklische Entwicklung sehen Branchenkenner die lockere Kreditvergabe. Insgesamt verzeichnet die China Printing and Printing Eguipment Industries Association (Stand 2009) rund 101.950 Druckereien und 4,5 Millionen Beschäftigte.

Zwar verzeichneten jene Druckereien, die für exportorientierte Kunden arbeiteten, hohe Umsatzeinbußen. Doch schneller als erwartet kam im Laufe des 1. Halbjahres 2010 der Umschwung, die Exporte überholten das Vorkrisenniveau, und die Druckereien mussten konsequenterweise ihre Produktion wieder hochfahren. Als resistenter erwies sich der Inlandsmarkt. Hier boomt vor allem der Verpackungsdruck. Die Chinesen kaufen angesichts steigender Einkommen immer häufiger im Supermarkt und erwarteten  ansprechende Verpackungen. Der Verband prognostiziert dem Verpackungsdruck ein jahrelang andauerndes starkes Wachstum aufgrund der hohen Binnennachfrage. Insbesondere deswegen ist der Verpackungsmarkt auch für Bogenoffsetmaschinenhersteller so interessant.

Während im Verpackungsdruck hohe Wachstumsraten zu erwarten sind, zeichnet sich bei Büchern, Zeitungenund Katalogen eine andere Entwicklung ab. Die Produktionsentwicklung in diesem Bereich ist rückläufig, was am zunehmenden elektronischen Konsum von Informationen liegt. Insbesondere die Hersteller von Katalogen und Broschüren, die für ausländische Auftraggeber produzieren, machen sich Sorgen, denn hier wurden Budgets gestrichen und Aufträge storniert. Chinas Exporte können mengenmäßig nicht mehr so stürmisch wachsen, da die westlichen Märkte weitgehend gesättigt sind.

Chinas Druckindustrie im Überblick (Stand 2009):

 Anzahl Druckereien gesamt:  101.048
 Verpackungsdruck:  43.384
 Verlagsdruck:  6.551
 Angestellte Mitarbeiter:  4,5 Millionen
 Industrieller Ausstoß:  76,9 Mrd. US-Dollar


Quelle: German and Trade Invest (www.gtai.de)

 
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