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Grünes Drucken: Deutsche Druck- und Medienunternehmen sind führend
»Green Printing« war eines der Top-Themen auf der drupa 2008. Zwei Jahre danach – quasi zur Halbzeit auf dem Weg zur drupa 2012 – hat sich bei der nachhaltigen Medienproduktion eine Menge getan. Finanzkrise und einschneidende Strukturveränderungen in der Branche haben dem Thema nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Heute gibt es keinen Hersteller von Druckmaschinen, Plattenbelichtern, Digitaldrucksystemen, Finishing-Systemen oder Materialien wie Papier, Druckfarbe, Gummitücher und andere Verbrauchsmaterialien, der sich dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit entziehen kann. Alle arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Produkte so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten und verankern zudem das Thema Nachhaltigkeit in die eigene Unternehmenskultur. Auch Druck- und Medienunternehmen setzten trotz schwerer Zeiten in den Jahren 2009 und 2010 auf umweltfreundliche Produktion. Von der chemiefreien Plattenherstellung, dem alkoholfreien Druck über den Einsatz ökologischer Gummitücher, der Nutzung der Abwärme von Druckmaschinen in geschlossenen Kreisläufen bis hin zum Bezug oder der Eigenproduktion von Ökostrom, dem Druck auf FSC-zertifiziertem Papier mit pflanzlicher Druckfarbe – in der Druckbranche wird heute an allen Stellschrauben gedreht, um Energie zu reduzieren, Kosten zu sparen und nachhaltig zu produzieren.
Ökologischer Trend gestärkt durch Politik und Wirtschaft
Die politischen Bestrebungen und die Anforderungen von Verbrauchern stärken das ökologische Bewusstsein. Schon im Jahre 1997 verpflichteten sich 37 Industrieländer im Kyoto-Protokoll zur Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen und heute – 14 Jahre später – beteiligen sich auch die großen, emissisonsstarken Länder wie USA, China, Indien und Brasilien, die das Kyoto-Protokoll damals nicht unterzeichnet haben, an Verhandlungen über eine aktualisierte Neuauflage für die 2012 auslaufende Vereinbarung. Das Ziel: Die weltweite Reduzierung des CO2 Treibgasausstoßes und somit der weltweiten Klimaerwärmung entgegenzuwirken.
Der CO2-Fußabdruck – klare Sache?
Auch wenn sämtliche Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen im Produktionsprozess führen, ist es doch letztendlich aus wirtschaftlichen und technologischen Gründen nicht möglich, komplett ohne Umweltbelastungen zu produzieren. Daher wird anhand bestimmter Messmethoden der CO2-Ausstoß berechnet, der bei einem Prozess freigesetzt wird. Dieser CO2-Wert wird als »Carbon Footprint« oder »CO2-Fußabdruck« bezeichnet. Er kann sich auf einen kompletten Herstellungsprozess für die Produktion eines bestimmten Produktes, zum Beispiel eines gedruckten Kataloges, Magazins, einer Verpackung oder auch der Herstellung einer Website oder eines E-books beziehen. Er kann aber auch ein komplettes Unternehmen, etwa eine Druckerei oder eine Papierfabrik charakterisieren und dessen Grad der Umweltfreundlichkeit einstufen. Der Carbon Footprint findet im Übrigen auf alle Branchen Anwendung, er ist also in der Automobilherstellung genauso einsetzbar, wie beispielsweise im Bereich Events, Logistik, Transportwesen, Immobilienbau oder in privaten Haushalten.
