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Veredelung macht Print wertvoll

Gerne diskutiert die grafische Industrie über Krise und Niedergang, dabei gibt es Segmente mit exzellenten Zukunftsperspektiven, seien es nun Werbemailings, Verpackungen oder Sicherheitsanwendungen. Sie alle vereint, dass über den bloßen Druck hinaus, die verschiedensten Formen von Veredelungen für ein einzigartiges Ergebnis sorgen. Das sinnliche Erleben mit Tastsinn oder manchmal auch über den Duft ist das entscheidende Alleinstellungsmerkmal von Print gegenüber den elektronischen Medien. Diese Faktoren sichern auch in Zukunft den Konsum von Druckobjekten weltweit.

Von Andrea Köhn

Druckveredelung gibt es schon so lange, wie Bücher und Zettel gedruckt werden; ein moderner Effekt wie goldene Kaltfolie erinnert dabei verblüffend an Blattgold, das einst mit dem Pinsel mühsam aufs Papier gestrichen wurde. Andere Effekte wie zum Beispiel Thermolacke wären den Menschen im 15. Jahrhundert hingegen wohl als Hexenwerk erschienen. Spannend bleibt Veredelung auf jeden Fall. Auch 560 Jahre, nachdem Johannes Gutenberg die Druckbögen seiner Bibel illuminieren, schneiden, binden und den Anschnitt vergolden ließ, bleibt die Veredelung dank stetiger Neuentwicklungen spannend. Die technischen Produktneuheiten der Zulieferindustrie und die kreativen Ideen der Werber und Designer spornen sich gegenseitig an.

Neue Veredelungen für ein junges Druckverfahren

Besondere Fortschritte hat in den vergangenen Jahren die Veredelung von Digitaldrucken gemacht. Parallel zur kontinuierlich gewachsenen Bedeutung dieses Verfahrens entwickelten Maschinen- und Verbrauchsmittelhersteller Lösungen, um die meisten vom Offsetdruck bekannten Veredelungsverfahren auch für den Digitaldruck verfügbar zu machen. So sorgte auf der Ipex 2010 und auf der Digimedia im vergangenen Frühjahr der israelische Hersteller Scodix (http://www.scodix.com/) für Aufsehen mit seiner Scodix 1200. Dabei erfüllt die digitale Druckmaschine eigentlich nur eine Aufgabe – die aber sehr gut: Sie trägt eine durchsichtige Tinte (ScodInk Clear Ink) präzise und in variabel wählbarer Dicke auf eine Drucksache auf. So lassen sich partielle und Volllack-Effekte genauso wie Prägeeffekte erzielen. Veredelt werden kann im Prinzip jedes Druckprodukt, allerdings hat Scodix eine enge Verbindung zu HP: Die Mitarbeiter haben zuvor jeweils zur Hälfte für die israelischen Niederlassungen von Indigo und Scitex gearbeitet und die Scodix 1200 auch im Zusammenspiel mit Indigo-Maschinen entwickelt.

Eine erste Maschine ging noch im November 2010 an die Druckerei RCS plc Printers (http://www.rcs.plc.uk/) im britischen Nottingham, die die Scodix 1200 seither für eine Reihe eigener Produkte einsetzt. So zum Beispiel für „Digital Embossing“ (Digitales Prägen). Dabei sind sowohl Prägungen mit tiefem Relief möglich, die besonders auf das haptische Erlebnis abzielen als auch flachere Prägungen für optische Effekte. Auch personalisierter Druck, bei dem zum Beispiel die Namen von Gästen mit Clear Ink auf Tischkärtchen gedruckt werden, sind problemlos möglich. Der Hersteller verspricht einen Durchsatz von bis zu 1.200 A3-Bögen pro Stunde.
Film: (http://www.youtube.com/watch?v=GOt-4AgKp3c )

Wedding Invite

Die Scodix 1200 veredelt Digitaldrucke in einem Durchgang mit einer Spezialtinte. Der Effekt vermittelt das haptische Erlebnis einer erhabenen Prägung.

 
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