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Am heftigsten fordert der technologische Wandel die in hohen Auflagen produzierten Medien Zeitung und Katalog heraus, die lange Zeit für die Rollenoffset- und Tiefdruckereien ein kalkulierbares und lohnendes Geschäft waren. In der Krise 2009 gab es zum Beispiel bei den Zeitungsdruckern in Deutschland einen Einbruch um 24,5 Prozent beim Produktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr; dem folgte 2010 ein weiterer, leichter Rückgang. Zeitgleich wurde die Beilage ein lohnendes Geschäft. Viele Rollenunternehmen konzentrieren sich auf die industrialisierte Fertigung von Beilagen mit neuen, leistungsstarken Maschinen und vollautomatisierten Prozessen. Nur so kann das alte Geschäftsmodell weiter aufgehen, also eine enorm hohe Auflage eines Produktes in sehr guter Qualität zu niedrigen Stückkosten zu produzieren.
Um weiterhin erfolgreich zu sein, gehen vor allem die Zeitungen neuer Wege. Zunächst suchen sie die einfachste Lösung und nutzen Synergien. Die New York Times zum Beispiel bietet den Abonnenten der gedruckten Zeitung den kostenlosen Zugriff auf Premium-Angebote im Internet, iPhone- und iPad-App. Online ist hier ein zusätzliches Verkaufsargument für Print. Allerdings suchen die Verlage nach wie vor händeringend um Verkaufserlöse, denn der kostenlose Online-Content liefert keine Einnahmequelle. Erste Versuche, den Online-Inhalte mit einem Abo zu belegen gibt es schon, etwa bei der Frankfurter Rundschau: Das klassische Zeitungs-Abo ist hier jetzt im Paket mit der hochgelobten eigenen iPad-App und einem iPad 2 zu haben
(http://www.fr-abo.de/ipad/abo-mit-ipad2-fr-app-und-printausgabe.html).
Die Umsetzung solcher crossmedialer Lösungen ist insofern kein Problem, da es schon bei der Produktion Synergien gibt: Der Reporter schreibt seinen Bericht nicht mehr nur für die gedruckte Zeitung, sondern auch für Web, Tablet-PC und Smartphone, und der Redakteur bereitet ihn für alle Kanäle auf. Kein großes Content-Management System kommt heute noch ohne die Unterstützung aller dieser Kanäle aus, sei es nun Woodwing, Tango Media oder ein beliebiges anderes.
Aber auch die moderne Druck- und Versandraumtechnik unterstützt die Zeitungen: Ziel dabei ist es durch eine stärkere Individualisierung, spezifische Zielgruppen besser zu erreichen. Beim Druck der Zeitung geschieht das, indem einzelne Seiten in kleinerer Auflage nur für eine bestimmte Region produziert werden; beim Einstecken der Beilagen, indem die Werbung sehr gezielt auf den jeweiligen Ort abgestimmt ist. Das Ergebnis ist eine Zeitung, die beim Leser erfolgreicher ist, weil sie besser auf sein Umfeld abgestimmt ist und beim Anzeigenkunden, weil er seine Werbung zielgenauer schalten kann.
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