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2010 – das Jahr für Strategie und Pioniergeist

Der Wandel ....

.....Ansichten eines Verlagsprofis (George Alexander*)

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Was war im Jahr 2009 das größte Problem für Druckanbieter?
Es gab zwei Probleme und diesen Problemen müssen sich Druckanbieter schon seit ein paar Jahren stellen: die allgemeine wirtschaftliche Lage ist schlecht (also wird weniger gedruckt), und Werbeunternehmen stecken mehr Geld ins Web (was bedeutet, dass weniger Geld für den Druck übrig bleibt).

Wie haben sie diese Probleme gelöst?
Die meisten Druckanbieter haben sie nicht wirklich gelöst und viele von ihnen werden nicht überleben. Erfolgreiche Druckanbieter haben Technologien wie Digitaldruck und Web-to-Print effektiv genutzt oder ihr Geschäft auf Marketingdienstleistungen (Design, Copywriting, Kampagnenmanagement) ausgeweitet.

Was sind die größten Herausforderungen der nächsten Jahre?
Der Digitaldruck wird nach und nach das meiste des Offsetdrucks ersetzen. Das Web und E-Reader werden viele Druckprodukte komplett ersetzen. Jedes Druckunternehmen muss lernen, sich diesen Veränderungen anzupassen und neue Märkte zu erschließen.

Wie wird sich die grafische Industrie verändern?
Anstelle der heutigen Druck-Workflows werden die meisten Produkte durch "medienneutrale" Workflows produziert, aus denen gedruckte Dokumente, Websites und E-Books erstellt werden können. Gleichermaßen werden Ausgabegeräte (einschließlich Offset- und Digitaldruckpressen) immer automatisierter und dadurch leichter zu bedienen sein. Daraus folgt, dass Arbeitskräfte mehr Fachwissen im Bereich IT und Dateikonvertierung haben müssen.

 

* George Alexander ist freiberuflicher Journalist und Übersetzer (Deutsch - Englisch), der auf die Druck- und Verlagsbranche spezialisiert ist. Er war viele Jahre Chefredakteur des The Seybold Report on Publishing Systems. Er wohnt in der Nähe von Philadelphia und ist unter galex49@gmail.com erreichbar.

....aus Sicht eines Druckdienstleisters (Joachim Glowalla*)

Worin lagen im Jahr 2009 die größten Probleme für Ihr Unternehmen und mit welchen Maßnahmen haben Sie reagiert?
Große Probleme lagen im Beschäftigungsmangel, dem Preisverfall, in Liquiditätsengpässen und in der Zusammenarbeit mit den Banken. Wir haben mit Kurzarbeit und alternativen Arbeitszeitmodellen reagiert, sowie mit Lohnkürzungen und Personalabbau.

Wie hat sich Ihr Geschäftsfeld seit Januar 2009 bis heute verändert und in welche Richtung entwickelt es sich?
Die wichtigsten Veränderungen: Wir haben uns von ertragsschwachen Großaufträgen verabschiedet. Die Entwicklungen reichen vom Ausbau der Finishing-Kapazitäten zur Produktion von adressierten Werbesendungen bis zum Aufbau eines Web-Portals.

Wie verhalten sich ihre Kunden im Umfeld des durch die Krise nochmals erhöhten Wettberwerbsdrucks in Bezug auf die Preise?
Meiner Meinung ist der Bodensatz der Preise erreicht beziehungsweise spielt der Preis keine Rolle mehr. „Billiger sein“ können alle. So merkwürdig es sein mag, da alle irgendwie gleiche Niedrig-Preise machen, können die Kunden wieder mehr auf Qualität, Service und Flexibilität achten, ohne dass Sie dafür mehr zahlen müssten. Eine Chance für kleinere Anbieter.

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen für dieses Jahr?
In der Kapitalbeschaffung für Wachstum und das gibt es, meiner Meinung nach, nur im Dialogmarketing.

*Joachim Glowalla ist Geschäftsführer der CW Niemeyerdruck GmbH (www.cwn-druck.de), in Hameln, Deutschland. Das Unternehmen ist seit mehr als 200 Jahre im klassischen Rollen- und Bogenoffsetdruck tätig. CW Niemeyer muss sich, wie all die anderen typisch mittelständischen Druckereien, den Einflüssen des Wandels stellen. Einhalten von Standards, ein umfassender Service, Nachhaltigkeit im Unternehmen und innovative Dienstleistungen sind einige der Maßnahmen, die CWN umsetzt.