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One-to-One-Service
In Sachen Leserservice machen die Berliner Jungs so manchem Verlagsprofi etwas vor. Über Twitter, Facebook und eigene Kanäle findet jede Meinung ein Forum. So werden über die Facebook nicht nur neueste Inhalte und Kooperationen beworben und Marketing in eigener Sache betrieben, sondern auch alle Probleme, Bugs, Erfahrungen und Verbesserungs-Vorschläge der Leser diskutiert.
Rund 1.250 „Fans“ haben sich auf Facebook und 160 „Followers“ auf Twitter gefunden, nicht nur aus Berlin. Die Foren reichen von emotionalen Themen wie „Meine erste niiu“ über „Ausfälle von Zeitungen“ bis zu „Fehler und Bugs“. Kein Thema wird verschwiegen, im Gegenteil. Jeder, der ein besonderes Anliegen hat, wird ernst genommen und auf Postings antwortet ein niiu-Mitarbeiter in der Regel innerhalb von weniger als einer Stunde – nicht zu vergleichen mit dem konventionellen Kommunikationsweg endloser Fax- und Briefwechsel. Aber genau hier liegt das Geheimnis und das Potenzial der niiu und damit die Basis für das neue Geschäftsmodell.
Generation Google
Dabei gibt es einen großen Unterschied zwischen dem klassischen Verlagsgeschäft traditioneller Zeitungen und niiu: Bei niiu nimmt kein Chefredakteur den Leser an die Hand und serviert ihm Informationen, die er und seine Redaktion für relevant befinden. niiu verfolgt ein komplett anderes Konzept: Hier vertraut der Leser auf Empfehlungen anderer Leser, stellt sich aus den vielen Links, Blogs und Kommentaren seine eigenen Inhalte zusammen.
Oberhof macht das neue Prinzip deutlich: „Der Leser bekommt von uns nichts vorgelegt, sondern sucht sich das, was ihn interessiert.“ Zusätzlich zu der wachsenden Zahl an traditionellen Zeitungsblättern, bietet niiu seinen Lesern nun auch Content aus Online-Plattformen. „Der Weg geht also auch aus Online zu Print“, freut sich Oberhof. Das alles sei nur möglich, weil niiu eine neue Generation bediene.
„Unsere Generation ist mit „Google“ aufgewachsen und wir sind es gewohnt durch aktives Recherchieren und Nachschlagen an Informationen zu kommen“, macht Oberhof deutlich. Tatsächlich setzten sich die niiu-Leser kritisch mit Informationen auseinander, man will kommentieren und diskutieren, das zeigen allein die Beispiele auf Facebook und Twitter. Der Interaktion steht hier nichts im Wege.
„Unsere Generation ist mit „Google“ aufgewachsen und wir sind es gewohnt durch aktives Recherchieren und Nachschlagen an Informationen zu kommen.“
Wanja Sören Oberhof
Berlinale: Neue Layoutfarbe

Extra zur Berlinale wurde die Layoutfarbe Rot freigeschaltet, die jeder User nun frei wählen kann.
The making of niiu
Jeder (der in Berlin wohnt) kann sich eine eigene Zeitung per Mausklick zusammenstellen und bekommt diese dann direkt ins Haus geliefert. Das funktioniert so: Wie bei allen bekannten Plattformen loggt man sich in seinem eigenem Account unter www.niiu.de ein. Als Abonnent wählt man dann den gewünschten Content. Dabei kann ein vordefiniertes Profil hinterlegt werden, etwa zu bestimmten Themen aus Wirtschaft, Politik oder Kultur, oder man startet jeden Tag aufs Neue mit der Auswahl der gewünschten Inhalte.
Die Bestellungen müssen bis 14 Uhr des Vortages bei niiu eingehen. Gedruckt werden die Einzelexemplare bei der RT-Digitaldruck in Berlin unter Einsatz einer Océ JetStream 2200. Die Jetstream druckt bis zu 150 Meter pro Minute, die aktuelle Auflage wird damit in einigen Stunden gedruckt. Mit Weiterverarbeitungs-Lösungen von Hunkeler und Heidelberger Druckmaschinen AG werden die sechs Bogen zu einem Zeitungsbuch gefalzt und für die Auslieferung bereitgestellt. Dank Digitaldruck ist die Druckreihenfolge auf den Tourenverlauf der Zusteller abgestimmt.
