Sie befinden sich hier: World of drupa News. Themen des Monats.
Keine Frage, ein so dramatisches Jahr, wie das vergangene hat die grafische Branche noch nicht erlebt. Dabei sind Hersteller und Dienstleister weltweit gleichermaßen betroffen - ob in Indien, Japan oder den USA. Bis zu 40 Prozent Umsatzeinbußen, eine verringerte Nachfrage nach Printprodukten und Dumpingpreise bestimmen den Markt.
„Wenn wir von einem Konjunkturaufschwung profitieren können, dann frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2010.“
Heidelberger Druckmaschinen AG
Wichtigste Maßnahme: Kapazitäten reduzieren
Besonders hart getroffen hat es die Druckmaschinenhersteller. Eine große Herausforderung war es, den eigenen Kostenapparat möglichst schnell und effektiv zu reduzieren. Das war und ist für große Weltkonzerne kein einfaches Unterfangen. Diese Erfahrung macht nicht nur die Heidelberger Druckmaschinen AG, die bereits seit Ende 2008 dabei ist, Personal zu reduzieren.
Ein Sprecher des Unternehmens dazu: „Insgesamt sank unser Auftragsvolumen in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres zwischen April und September 2009 um rund 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Anfang Oktober 2009 haben wir uns mit den Belegschaftsvertretern über einen Interessensausgleich und Sozialplan für die deutschen Standorte geeinigt. Bis Ende März 2011 werden wir uns dann weltweit von 4.000 Mitarbeitern getrennt haben.“
Die Kapazitätsauslastung bei manroland lag nach eigenen Angaben 2009 bei rund 50 Prozent, was auf Dauer natürlich nicht ausreichend sei. Thomas Hauser, Leiter Corporate Marketing & Communications bei manroland: „Wir können aber nicht einfach die Kapazitäten um die Hälfte zurückfahren, das wäre keine sinnvolle Strategie. In der Produktion richten wir unsere Strukturen auf ein Niveau von 70 bis 80 Prozent des Jahres 2007 aus.“
„Unsere Kapazitätsauslastung lag 2009 bei rund 50 Prozent. In der Produktion richten wir uns auf die neue Zielkapazität ein und überbrücken mit Kurzarbeit.“
Thomas Hauser, manroland AG
Auch KBA bekam den rasanten Markteinbruch deutlich zu spüren. Klaus Schmidt, Direktor Marketing und Corporate Communications, geht für die Zeit nach der Krise von einem stark geschrumpften Markt aus: „Vergleichsweise schnell reagiert hat KBA mit der Neuausrichtung der Kapazitäten auf einen angesichts der strukturellen Veränderungen auch mittelfristig um zirka 20 bis 25 Prozent kleineren Markt für konventionelle Drucktechnik.“
„Das Weltmarktvolumen für konventionelle Drucktechnik
wird das hohe Niveau der Jahre 2005 und 2006 mit großer Wahrscheinlichkeit auch nach Überwindung der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr erreichen, sondern etwa 20 Prozent kleiner sein.
Klaus Schmidt, KBA

