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Red Sofa Interview Wolfgang Mildner, Vorsitzender der Organic Electronics Association (OE-A) und GF der PolyIC GmbH

„Für gedruckte Elektronik wird ein Milliardenmarkt prognostiziert“

01b_Vip-Ticket-72dpi_teaser.jpg  Auf der Suche nach Zukunftsperspektiven scheint sich die Herstellung von elektronischen Speichern immer mehr als interessante Dienstleistung für den Druck herauszustellen. Dabei gehören die Materialentwicklung, die IT-Programmierung und die Entwicklung von Anwendungen eng zusammen. Grund genug für die Gründung der „ Organic Electronics Association (OE-A)“, die Vertreter aus allen Bereichen an einen Tisch holt, um über Synergien und Lösungswege zu sprechen. Dass die Entwicklungen bereits seit Jahren kontinuierlich erfolgreich voranschreiten, bestätigt der Vorsitzende der OE-A Wolfgang Mildner. Von Andrea Bötel

Herr Mildner, Sie sind Vorsitzender der Organic Electronics Association (OE-A). Wofür steht diese Organisation und welches strategische Ziel verfolgt sie?

Die OE-A1 ist eine Arbeitsgemeinschaft innerhalb des VDMA2, die sich als internationale, industrielle Interessenvertretung dieser neuen Technologie versteht. Dabei steht die OE-A inzwischen für mehr als 120 Mitglieder weltweit aus der gesamten Wertschöpfungskette von Materialherstellung, Equipment, Produzenten, bis zu den Endanwendern und den F&E Organisationen/Universitäten. Durch eine Kooperation der gesamten Wertschöpfungskette wird die technologische und Marktentwicklung beschleunigt und forciert. Da die Technologie neue Materialien mit neuen Produktionsmethoden zu neuen Produkten führt, kann nur durch gezielte Zusammenarbeit der Experten und von Firmen der richtige Lösungsweg gefunden werden.

 

Welches sind die wichtigsten Themen, mit denen sich die OE-A auf ihren internationalen Konferenzen und in ihren Forschungsgruppen befasst?

Die OE-A beschäftigt sich unter anderem damit Roadmaps aufzustellen, um für die wichtigsten Anwendungsfelder mit allen Mitgliedern synchrone Antworten zu geben, wann welche Produkte und Anwendungen verfügbar werden. Die verschiedenen Technologien und Materialien werden in diesem Rahmen ebenfalls bewertet. Gemeinsame Demonstratorentwicklungen zeigen praktische Beispiele zur Machbarkeit. In der Kompetenzbroschüre der OE-A sind dazu Übersichtsartikel und Beispiele (Technologie „Give-aways“) hinterlegt, um dies entsprechend zu kommunizieren. Des Weiteren hat die OE-A Arbeitskreise zu den Themen Qualitätskontrolle, Standardisierung und Upscaling Production.

 

Um welche Anwendungen geht es da?

Die Anwendungsgebiete der gedruckten Elektronik sind vielfältig, dabei geht es von Displays (etwa OLEDs), Lichterzeugung, über die Erzeugung von Energie (als Batterie oder Photovoltaik), bis zu Schaltkreisen (zum Beispiel für RFID) oder Sensoren. Die Elemente sind sowohl einzeln wie auch in Kombination beispielsweise als intelligentes Objekt (sogenannte „Smart objects“) denkbar. Auf einer eigenen Konferenz (LOPE-C 2010 vom 30.5. bis zum 2.6.2010 in Frankfurt), die von der OE-A organisiert wird, kommen die Experten zusammen und zeigen neueste Ergebnisse und Möglichkeiten auf.

 

1 Die Organic and Printed Electronics Association wurde im Dezember 2004 als internationale Informations- und Kommunikationsplattform der in dieser neuen Technologie tätigen Firmen und Institute gegründet. Über 120 Mitglieder aus Europa, den USA und Asien arbeiten in der OE-A zusammen, um den Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur für die Produktion von organischer Elektronik zu fördern. OE-A vertritt die gesamte Wertschöpfungskette der organischen Elektronik, vom Materialhersteller über Anlagenbauer, Produzenten bis hin zum Anwender. (http://www.vdma.org/wps/portal/Home/en/Branchen/O/OEA/?WCM_GLOBAL_CONTEXT=/vdma/Home/en/Branchen/O/OEA/)

2 Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) ist einer der bedeutendsten Verbandsdienstleister und bietet das größte Branchennetzwerk der Investitionsgüterindustrie in Europa. (www.vdma.org)

Wolfgang Mildner

„Es geht darum, jetzt den Einstieg zu finden und die ersten Schritte für den Marktaufbau zu tun.“
Wolfgang Mildner

Wolfgang Mildner ist Geschäftsführer der PolyIC GmbH & Co. KG. Er hat Informatik an der Universität Erlangen-Nürnberg studiert. Vor der Gründung von PolyIC arbeitete Herr Mildner seit 1986 in verschiedenen Positionen bei der Siemens AG. Dort war er für mehrere Projekte verantwortlich, die die Umwandlung vielversprechender Technologien in Produkte erzielten. Weiterhin ist er Vorstand im Verband Organic Electronics Association/VDMA.

Elektronische Codes

Gedruckte Elektronik ermöglicht die Herstellung von Funketiketten - sogenannte elektronische Produktcodes (EPC) - als Ersatz der Strichcodes auf jedem einzelnen Produkt anzubringen. Dies ermöglicht die Überwachung der Logistikkette.
Ebenso kann so ein besserer Schutz gegen Markenpiraterie gewährleistet werden.

 
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