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Red Sofa Interview mit Stefaan Vanhooren, Präsident Agfa Graphics

„Print wird definitiv überleben und zukünftig noch mehr Anwendungen bedienen als je zuvor.“

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Agfa Graphics startete zu einem sehr frühen Zeitpunkt intelligente Restrukturierungs-Programme und hat den Wandel vom Foto- und Filmunternehmen zum digitalen Serviceunternehmen erfolgreich vollzogen. Vom digitalen Workflow über die ökologische Plattenherstellung bis hin zum industriellen Inkjetdruck steht Agfa Graphics heute auf einer sicheren und zukunftsorientierten Basis.
Von Andrea Köhn

Mr. Vanhooren, auf der ganzen Welt muss sich die Druck- und Medienbranche in puncto Marktstruktur und Technologie erheblichen Veränderungen stellen. Inwiefern beeinflusst dies Ihr Unternehmen?

Wie alle anderen Unternehmen der Druck- und Medienbranche wird sich Agfa Graphics in den nächsten Jahren großen Herausforderungen stellen müssen. Die Medienlandschaft wird immer vielfältiger. Mobile und elektronische Medien positionieren sich direkt neben den Printmedien. Die Verbraucher werden auf immer kreativere Art und Weise angesprochen und medienübergreifende Kommunikationen sind schon längst Teil unseres täglichen Lebens geworden. Sie bieten sowohl dem Konsumenten als auch dem Anbieter von Informationen einen erheblichen Mehrwert, den Print alleine nicht leisten kann.

Doch trotz dieser Entwicklungen und dem Wissen, dass sich die Druckmedien in vielen Bereichen durchsetzen müssen, ist und bleibt es ein wichtiges und mächtiges Kommunikationsmedium.

Die Druck- und Medienindustrie musste sich traditionell schon immer auf grundlegende Veränderungen einstellen. In den nächsten Jahren wird der Druckprozess definitiv nachhaltiger, qualitativ hochwertiger und produktiver werden. Agfa Graphics spielt in diesem Prozess eine wichtige Rolle, u.a. mit unseren richtungweisenden digitalen Herstellungssystemen für Offsetplatten. Der Umschwung zu den digitalen Medien wird sich in den verschiedenen Teilen der Welt zudem unterschiedlich entwickeln. Der Bedarf an Printprodukten hängt zum großen Teil vom wachsenden Bruttoinlandsprodukt sowie vom Bevölkerungswachstum und dem Rückgang der Analphabetenrate ab. Zudem bestimmen Inhalt und der Wert für den Endverbraucher, inwiefern die Druckmedien von elektronischen oder mobilen Medien abgelöst werden und in welchem Tempo dies passiert.

Es gibt jedoch einen Teil unserer Branche, der vom Aufwind der digitalen Medien weniger betroffen ist: der sogenannte „industrielle Druck“. Für Plakatwerbetafeln, POS-Werbung, Innen- und Außenwerbung, Drucke auf flexiblem Verpackungsmaterial, Aufkleber, Falzkartons, Dekorationen, Textilien und verschiedene andere industriellen Anwendungen gibt es zu Print keine wirkliche Alternative. Der Druck wird daher in diesen Bereichen auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen, und der technische Fortschritt in der Drucktechnologie wird uns neue und bahnbrechende Perspektiven eröffnen. Wir investieren mit unseren industriellen Inkjet-Drucksystemen genau in diesem Segment.

Wir glauben daher nicht nur, dass Print überleben wird, sondern dass in der Zukunft sogar mehr Anwendungsbereiche bedient werden als bisher. Dies gilt nicht nur für die Wachstumsmärkte, sondern auch in Regionen, in denen das Wachstum derzeit eher stagniert.

Stefaan Vanhooren

„Die Druck- und Medienindustrie musste sich traditionell schon immer auf grundlegende Veränderungen einstellen. In den nächsten Jahren wird der Druckprozess definitiv nachhaltiger, qualitativ hochwertiger und produktiver werden.”
Stefaan Vanhooren
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