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Herr Kurreck, H.C. Moog ist fokussiert auf besonders hochwertige Verpackungen, unter anderem für Zigaretten. Nun ist der Zigarettenkonsum in Europa und den USA seit Jahren rückläufig. Spüren Sie geschäftliche Einbußen in diesem Bereich?
Achim Kurreck: Diese Entwicklung ist eher ein Vorteil für uns. Denn die internationale Zigarettenindustrie reagiert auf den Umsatzrückgang mit der Stärkung ihrer Premium-Marken. Das heißt, die Verpackung wird immer aufwendiger. Sonderapplikationen in kleineren Auflagen nehmen zu und damit die Nachfrage nach unseren Maschinen. Die können auch hochwertige Verpackungen kostengünstig herstellen. Mit unseren Bogentiefdrucklösungen fällt, zum Beispiel, deutlich weniger Makulatur an, als bei anderen Druckverfahren.
Auch bei Zeitungsverlagen sinkt der Umsatz, weil die Auflagen zurückgehen. Gibt es dort eine ähnliche Entwicklung wie bei den Zigarettenschachteln?
Kurreck: Genau das beobachten wir. Vor allem internationale Fachzeitschriften und Imagebroschüren werden inzwischen extrem veredelt. Oft mit Metall- oder Strukturlacken, um damit optische und haptische Effekte zu erzielen. Meistens geht es um die Veredelung des Titelblatts, manchmal aber auch um die Innenseiten, also das ganze Print-Produkt.
China ist ein Land mit einem riesigen Angebot an Zeitschriften. Auch wird doch noch immer sehr viel geraucht. Ist China für H.C. Moog deshalb ein interessanter Markt?
Kurreck: Wir sind vor fast zwanzig Jahren nach China gegangen, aber inzwischen haben wir uns weitgehend von dort zurückgezogen. Das hat zwei Gründe. Zum einen hat sich die Zigarettenindustrie verändert. Damals gab es in China über 600 verschiedene Zigarettenmarken. Da hat es sich für die Druckereien gelohnt im Bogen zu arbeiten. Dann hat die Regierung eine Konsolidierung angeordnet. Als Folge davon gibt es heute nur noch wenige Marken die in Kleinauflagen hergestellt werden.
Der zweite Grund für unseren Rückzug ist die Produktpiraterie. Hier hat sich in den vergangenen Jahren trotz vieler Proteste nicht viel getan. In China eine Produktion aufzubauen, hieße nichts anderes, als unser Know-how zur Nachahmung freizugeben. Als Leiter eines kleinen Familienunternehmens denke ich langfristig. Wir können uns das Risiko in China einfach nicht leisten.

Achim Kurreck
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