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Herr Assmann, welche Rolle spielt die drupa für Baumann?
Volkmar Assmann: Die drupa ist die wichtigste Messe für die graphische Industrie weltweit. Deshalb ist auch die Messe für uns extrem wichtig. Wir rechnen allerdings nicht mit einer großen Zahl von Vertragsabschlüssen, denn die Branche hat sich von ihrer letzten Krise noch nicht wieder erholt. Uns geht es auf der nächsten drupa vor allem darum, unsere Weiterentwicklungen vorzustellen.
Baumann hat im vorigen Herbst eine neue Produktlinie, die „Economy-Serie“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um preisgünstige Maschinen. Warum machen Sie das?
Assmann: Die Einführung war ein großer Erfolg. Es gibt eine große Nachfrage nach preisgünstigen Maschinen. Das Problem ist doch, dass unsere Kunden sich aus unterschiedlichen Gründen mit Investitionen seit Jahren zurückhalten. Wenn wir günstiger anbieten, ist das ein Kaufanreiz für sie. Ganz konkret heißt das: Die Maschinen unserer „Economy-Serie“ sind im Durchschnitt etwa 40 Prozent günstiger als die anderen.
Worauf muss der Kunde denn angesichts des niedrigen Preises verzichten?
Assmann: Die Qualität ist überall gleich hoch. Verzichten muss der Kunde eher auf liebgewonnene Gewohnheiten, also auf ein gewisses Maß an Komfort. Unsere neue Produktlinie zielt aber auch auf Schwellenländer. Dort spielt der Preis oft eine noch wichtigere Rolle als in den westlichen Industrieländern.
China ist inzwischen zum weltgrößten Markt in der graphischen Industrie heran gewachsen. Bieten sich dort für Baumann Geschäftschancen?
Assmann: Für uns ist der chinesische Markt noch nicht relevant. Das liegt an den immer noch niedrigen Löhnen dort. Wir bei Baumann haben unseren Schwerpunkt bei Schneidesystemen, also in der Automatisierung. Solange es aber günstiger ist, Aufgaben wie beispielsweise das Schneiden von Papier oder das Schütteln manuell zu erledigen, werden unsere Maschinen dort nicht zum Einsatz kommen. Sollten die Löhne in China in die Höhe schnellen, dann entstünde dort auch für uns ein Markt. Damit rechnen wir aber mittelfristig nicht.
Eine Chance hätten wir auch, wenn die Qualitätsanforderungen an gedruckte Produkte in China steigen würden. Das könnte passieren, wenn immer mehr amerikanische und europäische Druckereien ihre Produktion dorthin verlagern. Dann wird man um uns nicht mehr herum kommen.

Volkmar Assmann
