Inzwischen zählt Nachhaltigkeit zu den obersten Prioritäten der Verlagsbranche. Technologische Innovationen und die Zusammenarbeit mit örtlich angesiedelten Druckereien können das Risiko mindern, dass zu große Auflagen gedruckt werden und der Handel zu viele Remittenden zurückschickt. Gleiches gilt, wenn geplante Druckauflagen mit der Zahl der Vorbestellungen abgeglichen werden. Kleinere Verlage verfügen jedoch häufig nicht über entsprechende Technologien. Das kann bei ihnen zu Lieferengpässen führen. Darüber hinaus versuchen Verlagshäuser, ihren Papierverbrauch zu verringern. Beispielsweise indem sie Buchbesprechungen und Bibliografien online stellen (zugänglich über QR-Codes). Oder sie optimieren Übersetzungen, um die Zeichenzahl und damit den Seitenumfang von Büchern zu verringern. Eine weitere Option sind angepasste Formate. Hier können schon kleine Veränderungen, wie zum Beispiel geringfügig kleinere Seiten, den Papierverbrauch erheblich reduzieren. Schließlich kommen auch effizientere Vertriebsprozesse und optimierte Transporte der Nachhaltigkeit zugute. Das alles setzt eine effektive Integration der Systeme des Handels, der Verleger, der Distributoren und der Druckereien voraus.
Mittlerweile hat sich der Digitaldruck in der Buchproduktion endgültig durchgesetzt. Die Inkjet-Technologie ist hochgradig produktiv und zuverlässig – bei im Normalfall 90%iger Verfügbarkeit. Die Schwelle, ab wann der analoge Druck günstiger als der Digitaldruck ist, liegt bei Schwarz-Weiß-Büchern bei etwa 6.000 Exemplaren und bei farbig gedruckten Büchern bei etwa 3.000 Exemplaren. Was die Qualität anbelangt, können viele Inkjet-Lösungen sowohl gestrichene als auch ungestrichene Papiere bedrucken. Dabei liefern sie dem Offsetdruck vergleichbare Ergebnisse. Allerdings haben sich einige Anbieter analoger Druckverfahren wie Timpson aus dem Markt zurückgezogen – die letzten Timpson-Druckmaschinen wurden 2006 gebaut. Kurz: Im Buchdruck wird die digitale Produktion in naher Zukunft die bessere Wahl sein.
Im Ergebnis bemühen sich einige Buchdruckereien um neue Angebote und Services, die Mehrwert bieten. Im Mittelpunkt stehen dabei die On-Demand-Produktion (bedarfsgerechte Auflagen) individueller Bücher, kleinere Rahmenverträge von der Bestellung bis zum Versand und die digitale Integration mit Verlagshäusern und dem Handel. Diese Unternehmen investieren sowohl in digitale Technik als auch in Software-basierte Plattformen. Sie sind überzeugt, dass eine umfassende Automatisierung der Schlüssel zu Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität ist.
Doch wie sollen Druckereien ihre Digitalisierung auf die Schiene setzen? Auf dem Markt sind etliche Lösungen in allen Preisklassen verfügbar – von günstigen bis hin zu teuren Lösungen. Viele von ihnen sind zwar hervorragend für die Abwicklung bestimmter Prozesse (zum Beispiel Ausschießen, Auftragsverwaltung, Archivierung oder Auftragsverfolgung) geeignet. Doch sie erfordern häufig hohe Investitionen in die Integration und in kundenspezifische Anpassungen. Hersteller von Digitaldrucksystemen bieten einige Lösungen für die Steigerung der Leistungsfähigkeit ihrer Maschinen an. Dennoch bleibt die Suche nach zuverlässigen Workflows für eine durchgehende Automatisierung des gesamten Buchdruckprozesses eine Herausforderung.