Print vs. Digital – Wie digital ist die Druckbranche -- drupa - 28. Mai - 7. Juni 2024 - Messe Düsseldorf
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Print vs. Digital – Wie digital ist die Druckbranche

















Druck und digitale Lösungen: Das klingt im ersten Moment nach einem Widerspruch. Die Druckbranche weiß allerdings schon lange, dass es nur Hand in Hand gehen kann. Wer Daten verarbeitet benötigt eine digitale Infrastruktur, um schnell und effizient Lösungen anzubieten.

Bereits auf der letzten Drupa 2016 wurden digitale Lösungen vorgestellt, die den Arbeitsalltag leichter gestalten und Kundenbedürfnisse automatisiert befriedigen. 2024 ist die Digitale Transformation sogar ein Keytopic der Messe.

Als wir die Branchenteilnehmer auf Facebook nach dem digitalen Vorankommen fragten, waren die häufigsten Antworten „wir stehen ganz am Anfang“ und „wir wissen noch nicht, wo wir anfangen sollen“. Das entspricht auch vollkommen den Studien des deutschen Marktes. Noch immer ist Deutschland im Mittelfeld des Fortschritts anzusehen. In einer Erhebung des Institutes für Demoskopie Allensbach wurden Unternehmen aus der DACH-Region im Bereich der Verpackungsindustrie befragt. 80 Prozent lehnen die Einführung von künstlicher Intelligenz im Arbeitsbereich der Transportrouten und -ketten sogar gänzlich ab.

Digitale Transformation in der Druckbranche – Wo fängt man an?

Für die Digitalisierung werden vor allem die folgenden Bereiche betrachtet:

  1. Produktivität und Zusammenarbeit 
  2. Sicherheit & Compliance 
  3. Analytik & Intelligenz 
  4. Flexibilität, Effizienz und Nachhaltigkeit 
  5. Mobilität 

Der einfachste Start besteht wahrscheinlich darin die Produktivität zu steigern, indem wir Prozesse, die es uns leichter machen, zu automatisieren beginnen. Damit haben die Mitarbeitenden wieder mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten und auch für die weitere Konzeptentwicklung. Ist der Anfang gemacht, wird auch die Zusammenarbeit erleichtert, sodass sie hochwertigere Ergebnisse erzielen.

Eine Studie von Apenberg & Partner zeigt klar, dass dieser erste Schritt noch nicht überall vollzogen ist. Nur 6 Prozent der Befragten aus der deutschen Druckindustrie gaben an ihre Administration weitestgehend automatisiert zu haben. Knapp die Hälfte aller Befragten, sind noch dabei. Die Vorbereitungen durch den Kauf einer Software haben hingegen schon 60 Prozent unserer Mitstreiter abgeschlossen und nahmen diese bereits in Betrieb. 

Immerhin die Datenprüfung und -Verarbeitung läuft bei nur noch zwei Prozent manuell ab und nur knapp ein Viertel legt noch teilweise Hand an. 

Die Druckindustrie setzt auf Produktion vor Administration

Bei der Umfrage wurde deutlich, dass die Druckbranche ihr Hauptaugenmerk auf die produktiven Prozesse legt. Über die Hälfte der Teilnehmer bilden bereits die Produktionsprozesse (wie z.B. Produktions-, Rüst- und Stillstandzeiten) in ihrem Betriebssystem ab. Auch die Produktionsplanung geht automatisiert. Wobei nur 6 Prozent angeben, dass das Automatisierungspotenzial in der Druckvorstufe ausgeschöpft ist. Die Automatisierung in der Buchhaltung haben dagegen nur 10% abgeschlossen. Ebenso 50 Prozent der Unternehmungen nutzen die Betriebsdatenerfassung um Probleme frühzeitig zu identifizieren.

Die Entscheidungen werden auf digitaler Basis getroffen

Ein Eckpfeiler der Digitalisierung ist Wissen. Wissen, das aus Daten gezogen wird. Rund 75 Prozent der Druckindustrie nutzen bereits dieses Wissen, um Entscheidungen zu treffen.

Status Quo der Digitalisierung

Die Theorie von Print 4.0 – der Digitalisierung der Druckindustrie, hat ein Ziel: Der Prozess von der Bestellung des Kunden bis hin zur Lieferung des Produktes läuft vollkommen digital und eigenständig ab. Die Herstellungs- und Lieferprozesse sind digital miteinander verknüpft und automatisiert. Nahtlose Prozesse zwischen Papierlieferant und Druckerei, Druckvorstufe, Drucker und Materialtransport: Die Lagerbestände werden durch sensorische Beobachtungen gefüllt. Ein menschliches Eingreifen ist nicht mehr notwendig.

Unsere Branche hat bereits viele Best Practice Beispiele hervor gebracht von denen wir lernen können. In der Realität haben viele Branchenteilnehmer den Anfang gewagt und bereits einzelne Arbeitsabläufe automatisiert. Druckermaschinen verhalten sich autonom. Durch die Coronakrise ist die Bereitschaft zur Digitalisierung nochmals angestiegen. Viele Unternehmen stellen auf digitale Angebote um. Digitale Anbieter betreten den Markt und zwingen damit auch andere Unternehmer in die Digitalisierung um die Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Nun gilt es also diesen Beginn als Wettbewerbsvorteil zu nutzen und den nächsten Schritt zu gehen.

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