Designs für die Generation Z: Sind gedruckte Medien ein Thema? -- drupa - 28. Mai - 7. Juni 2024 - Messe Düsseldorf
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Designs für die Generation Z: Sind gedruckte Medien ein Thema?

Foto von Balázs Kétyi







Ein Gastbeitrag von Amanda Garcia Rosa (Grafik-Designerin bei www.mandidesign.co).

Ich bin Amanda, Grafik-Designerin in Barcelona, und gehöre zur Generation Z – also zu den zwischen 1996 und 2012 Geborenen. Immer wieder werde ich gefragt, ob Print-Medien für eine Generation, die in der digitalen und so genannten vernetzten Welt aufgewachsen ist, noch relevant sind? Obwohl die digitale Landschaft mein Leben und das der Generation Z dominiert, sind wir durchaus keine Roboter, und Print-Medien haben nach wie vor eine Bedeutung – allerdings in bestimmten Zusammenhängen und Situationen. Ich schlage vor, wir sehen uns das gemeinsam an.

Für mich als Grafik-Designerin ist Papier ein wesentlicher Bestandteil meines Tagesablaufs. Während ich morgens Kaffee trinke, lese ich auf meinem Telefon die Nachrichten und E-Mails. Dann schaue ich in meinen physischen Terminkalender und erstelle eine Liste mit den anstehenden Aufgaben des Tages. Ich möchte alles im Blick haben. Während meiner Arbeit schreibe ich über den Tag hinweg etliche Notizen auf Haftzettel und Blöcke, unter anderem als Gedankenstützen. Obwohl Notiz-Apps für mobile Geräte sehr komfortabel sind, schreibe ich meine Notizen gerne von Hand auf. Denn das macht es mir leichter, mich zu organisieren und Prioritäten zu setzen.

Treffe ich mich mit Kundinnen und Kunden, nehme ich stets einen Notizblock und meine Visitenkarten mit. Auf ihnen steht auch der Link zu meiner Online-Präsenz, auf der ich Beispiele meiner besten Arbeiten präsentiere. Je nachdem, welche meiner Dienstleistungen gefragt sind, nehme ich auch einige gedruckte Beispiele meiner bisherigen Arbeiten mit. Physische Präsentationen wirken stärker, und sie bleiben bei Kundinnen und Kunden eher im Gedächtnis. Denn sie können die Beschaffenheit des Papiers fühlen und die Druckqualität der Farben würdigen. Sie nehmen den Wert meiner Arbeit generell ganz anders wahr. Wir alle verbringen viele Stunden vor dem Bildschirm. Entfernen wir uns vom Computer, können wir bessere Gespräche führen.

Amanda Garcias Arbeitsplatz

Das Print-Magazin Constancezahn

Das Digital-Magazin Constancezahn

Meine kreativen Entwürfe und Ideen skizziere ich auf Papier, bevor ich sie auf digitale Medien übertrage. Dank meiner Skizzen kann ich schnell und auf effiziente Weise unterschiedliche visuelle Lösungsansätze entwickeln und sie beurteilen, bevor ich Zeit in ihre digitale Erstellung investiere. Papier spielt aber auch dann eine wichtige Rolle, wenn ich meine Entwürfe meinen Kundinnen und Kunden präsentiere und sie mit ihnen abstimme. Bevor ich fertige Entwürfe an sie sende, drucke ich sie auf Papier aus. So kann ich alle Details sorgfältig überprüfen. Indem ich die Schriftgrößen, Farben und gedruckten visuellen Elemente kontrolliere, erkenne ich Fehler oder erforderliche Anpassungen, bevor ich meine Entwürfe vorlege.

Bis hierhin könnte man also sagen, dass ich bei den Projekten meiner Kundinnen und Kunden in erster Linie mit Papier, Stiften, Haftzetteln, Notizblöcken und anderem Büromaterial arbeite. Das ist korrekt. Aber für mich haben gedruckte Medien auch noch an anderer Stelle Bedeutung.

Visuelles Grafik-Design – zum Beispiel Poster, Zeitschriften, Bücher, Verpackungen und gedruckte Werbemittel – kann Aufmerksamkeit erzeugen und Botschaften auf einzigartige, fesselnde sowie einprägsame Weise vermitteln. Beim Lesen gedruckter Bücher beispielsweise können wir durch die Seiten blättern, die Beschaffenheit des Papiers fühlen, unsere Lieblingsstellen markieren und die Inhalte unserer Literatur besser vertiefen. Meine Generation sollte sich nicht so sehr von den digitalen Medien und permanenten digitalen Benachrichtigungen ablenken lassen. Ich bin sicher, Sie stimmen mir da zu. Das Eintauchen und Versinken in Print-Medien kann sehr bereichernd sein – erhöht es doch unsere Konzentration und beflügelt es doch unsere Vorstellungskraft. Die Druckqualität, die Beschaffenheit des Papiers und die sorgfältige Gestaltung gedruckter Publikationen vermitteln Vertrauen und Seriosität – etwas, das die Generation Z und andere hoffentlich zu schätzen wissen.

Da alle Markenartikelhersteller in digitales Marketing investieren, in dem sie allerdings alle mehr oder weniger gleich aussehen, sind Print-Medien zu einem Unterscheidungsmerkmal geworden. Tausende Anzeigen in sozialen Netzwerken, unerwünschte Spam-Mails und andere Werbemaßnahmen werden von der Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ignoriert. Print-Medien hingegen finden eher Beachtung. Denn sie bieten kreative und einzigartige Möglichkeiten, Markennamen und -produkte zu präsentieren. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, Konsumentinnen und Konsumenten auf sich aufmerksam zu machen, ihnen Botschaften zu vermitteln und sie zu informieren.

Meine Erfahrung als Designerin in der Verlagsbranche hat mich gelehrt, dass sowohl gedruckte als auch digitale Magazine Vor- und Nachteile bieten. Welche Wahl zwischen beiden getroffen wird, hängt von den Vorlieben der Leserschaft und den Erwartungen der Verlagshäuser ab. Während die einen das physische und haptische Erlebnis gedruckter Magazine schätzen, bevorzugen andere den Komfort und die Interaktivität, die digitale Versionen bieten.

Über die Autorin:

Knud Wassermann

Amanda Garcia Rosa ist Grafik-Designerin aus São Paulo mit umfassender Erfahrung im Bereich Editorial Design. Um ihr Fachwissen zu erweitern, zog sie nach Barcelona und absolvierte dort an der BAU einen Master in Digital Publishing. Amanda erweiterte ihre Expertise vom traditionellen Editorial Design hin zur neuen digitalen Technik. In den vergangenen Jahren hat sie Kommunikationsmittel sowohl für Print- als auch für digitale Medien erstellt, wobei sie für visuelle Einheitlichkeit sorgte und wirkungsvolle Design-Lösungen lieferte. Ihre Arbeit zielt darauf ab, das Image von Markenartikelherstellern zu verbessern und Unternehmen zu helfen, mit ihren Zielgruppen effektiv in Kontakt zu treten.

Für weitere Informationen zu Amanda besuchen Sie ihre Online-Präsenz unter www.mandidesign.co.

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