Wenn es darum geht, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten, denken wir normalerweise nicht direkt an Druckfarbe. Schließlich macht sie weniger als 5 % des Gewichts einer Verpackung aus. In der Praxis spielen Druckfarben jedoch eine überproportional große Rolle, wenn es um die Recyclingfähigkeit, Lebensmittelsicherheit und Umweltverträglichkeit geht. Alles Themen, da die Branche mit immer strengeren Vorschriften und höheren Anforderungen konfrontiert ist. Ein Beispiel hierfür ist die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR), die 2026 in Kraft treten soll.
In der neuen Vergleichsstudie haben das NVC Packaging Centre und die Fachhochschule Den Haag vier Arten von Druckfarben – wasserbasierte, UV-gehärtete, soja-basierte und algenbasierte – untersucht, um ihre Eignung für eine nachhaltigere Zukunft zu bewerten.
Die Studie definiert „zukunftssicher” anhand von acht praktischen Kriterien:
Jede Tinte wurde über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg bewertet – von der Beschaffung der Rohstoffe bis zur Recyclingfähigkeit des Endprodukts. Das Ergebnis? Keine Tinte erzielte die volle Punktzahl. Jede Tinte hat ihre eigenen Stärken und erfordert Kompromisse in anderen Bereichen.
Der Bericht kürt deshalb keinen klaren Gewinner. Stattdessen stellt er heraus, dass sich verschiedene Tinten für verschiedene Arten von Verpackungen eignen:
Die Zukunft der Druckfarben wird nicht allein durch ihre Zusammensetzung bestimmt. Skalierbare Innovationen hängen von verschiedenen Faktoren ab: der Wechselwirkung der Tinten mit den Substraten, ihrer Entfernbarkeit und der Zusammenarbeit der Akteure entlang der Wertschöpfungskette – von den Tintenherstellern über die Druckereien bis hin zu den Recyclingunternehmen. Ein etwas graueres recyceltes Substrat oder eine veränderte Farbintensität könnten Teil einer neuen visuellen Sprache der Nachhaltigkeit werden.