Umweltlabel – zwischen Greenwashing und verantwortungsbewusstem Handeln -- drupa - 28. Mai - 7. Juni 2024 - Messe Düsseldorf
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Umweltlabel – zwischen Greenwashing und verantwortungsbewusstem Handeln

















Mit Umweltlabeln verhält es sich ähnlich wie mit Energie- oder Biozertifikaten. Viele Verbraucher wissen mittlerweile, dass nicht alles grün ist, was grün erscheint. Um Druckerzeugnisse also ins grüne Licht zu stellen, sollten sich Druckunternehmen die Umweltlabels genauestens ansehen und bewerten, bevor sie diese verwenden. Ebenso ist es wichtig, als Druckkunde über die bestehenden Labels Bescheid zu wissen und das richtige zu wählen. Lange entscheidet nicht mehr der Geldbeutel allein. Die Gesellschaft hält die Augen offen. Klimaneutrales Handeln ist zum Kaufkriterium geworden.

Eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten – Umweltlabels so weit das Auge reicht

In der Druckwelt haben mittlerweile über 100 Labels Platz gefunden, die alle mit unterschiedlichem Blick an das Thema Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit heran gehen. Wir haben für Sie die wichtigsten zusammengefasst und die Conclusio der Expertenmeinung für Sie hinzugefügt.

1. Der Blaue Engel

Als ältestes Umweltlabel zeichnet der Blaue Engel Druckprodukte aus. Das Zertifikat ermittelt die Vergabe über das Heranziehen verschiedener Kriterien, wie Ressourcenschutz, Chemieeinsatz, umweltfreundlicher Einsatz von Veredelungen und Farben.

Seit dem 1. Februar 2015 gibt es den Blauen Engel für Druckerzeugnisse (RAL-UZ 195), der zusätzlich auch Anforderungen an die Umweltfreundlichkeit von Druckprozessen stellt.

2. Zertifikate Klimaneutraler Druck

  • Climate Partner
  • Klimaneutral gedruckt
  • My climate neutral
  • Print CO2 geprüft
  • u.v.m.

Die verschiedenen Labels beziehen sich, wie der Name schon sagt, auf Klimaneutralität der Druckprodukte. Sie ermitteln die CO2-Emissionen und bewerten den CO2-Fußabdruck eines Unternehmens. Das Label kann auch dann getragen werden, wenn man zwar im Druckprozess hohe CO2-Werte aufweist, dafür aber anderweitig zu einer Kompensation von CO2 beiträgt.

Das ist auch der Grund dafür, dass viele dieser Labels in der Kritik stehen „Greenwashing“ zu betreiben. Ob man dies aber so sieht, sollte der eigenen Einstellung überlassen werden. Die Unterstützung eines Klimaschutz-Projektes mit vollem Einsatz ist sicherlich lobenswert und verdient Anerkennung.

Als Kunde können Sie an der Auszeichnung erkennen, ob das Unternehmen an einem Kompensationsprogramm teilnimmt. Die Unternehmen erhalten dann die abgestufte Auszeichnung „Unternehmen CO2 kompensiert“.

3. Energiemanagement-Norm ISO 50001

Mit der Internationalen Energiemanagement-Norm ISO 50001 werden Unternehmen zertifiziert, die ihre energiebezogenen Leistungen kontinuierlich und systematisch optimieren. Die Norm beschreibt Richtlinien für einen Weg zur vollkommenen Klimaneutralität ohne Abweichungen.

4. EU ECO-Label Richtlinie 028 Druckerzeugnisse

Die EU ECO-Label Richtlinie 028 Druckerzeugnisse ist ein vergleichendes Siegel. Schneidet ein Produkt oder eine Dienstleistung im Durchschnitt besser ab, als vergleichbare Angebote werden sie mit dem Label gekennzeichnet. Als Druckerei erhält man dieses Label ebenso.

5. FSC

In der Druckwelt ist das FSC-Siegel weitreichend bekannt. Als Käufer von Produkten, die mit dem FSC-Siegel versehen sind, können Sie erkennen, dass sich der Hersteller an Wiederaufforstungsprojekten beteiligt und auch nur Holzfasern aus umweltgerechter sowie nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet.

6. PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes)

Das PEFC-Label ist das Pendant zum FSC-Zertifikat. Holz- und Papierprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

7. ISO 14001

Mit der Norm ISO 14001 werden Unternehmen zertifiziert, die ein Umweltmanagementsystem betreiben und den Anforderungen der Norm gerecht werden.

8. Ökoprofit

Ökoprofit ist ein Kooperationsprojekt zwischen Unternehmen und Kommunen. Es gilt als Einstieg für die Umweltmanagementsysteme EMAS und ISO 14001 und ist teilweise sogar staatlich gefördert. Im Gegensatz zu anderen Zertifizierungen geht es hier um die ökologische Effizienz eines Unternehmens. Diese soll erhöht, während gleichzeitig Betriebskosten gesenkt werden.

9. EMAS

Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) ist ein europäisches Umweltmanagementsystem (UMS). Die Norm ISO 14001 wird in das UMS integriert. Weitere Anforderungen dem dieser ISO Norm werden an Verfahren und Systeme des Unternehmens gestellt. Gleichzeitig wird die Umweltleistung des Unternehmens bewertet.

 

Hinweis: Es gibt noch weitere regionale Förderprogramme der Landesregierungen. Diese lassen wir allerdings auf Grund des regionalen Charakters außenvor.

UmDEX.de

Das Onlineregister Umwelt Index Druck bewertet Druckunternehmen auf eine nachhaltige und umweltbewusste Handlungsweise. Neben den Zertifikaten werden ebenso produktionsspezifische und freiwillige Umweltleistungen der Unternehmen bewertet.

UmDEX veröffentlicht eine Liste, in der sie alle Druckunternehmen auf eine umweltbewusste Handlungsweise prüft und bewertet. Das Register ist eine Unterstützung für jeden Käufer, der selbst umweltbewusst handeln möchte.

Achtung vor dem gänzlichen Verzicht von Umweltlabels. No label ist eine Offenbarung

Jürgen Zietlow von UmDEX gibt ebenso eine klare Warnung. Er zitiert diverse Studien, die das Risiko zeigen sich mit „White Label“ Produktionen bei Endverbrauchern unbeliebt zu machen. Denn auch der Endverbraucher sieht mittlerweile auf den ersten Blick, dass ein Umwelt-Label fehlt und hinterfragt dies kritisch.

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