Pioniere des Drucks: Fritz Karl Preikschat, Erfinder der Punktmatrix-Fernschreibmaschine -- drupa - 28. Mai - 7. Juni 2024 - Messe Düsseldorf
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Pioniere des Drucks: Fritz Karl Preikschat, Erfinder der Punktmatrix-Fernschreibmaschine


















Der Nadeldrucker existiert länger als der PC: Er hat bereits seinen 50. Geburtstag gefeiert. Trotz aller nachfolgenden Drucktechnologien ist er immer noch lebendig und wird von einigen Nutzern sehr geschätzt. Hier sind einige Einblicke in den Werdegang seines Erfinders.

Fritz Karl Preikschat wurde am 11. September 1910 in Preußen, Deutschland, geboren. Im Jahr 1934 schloss er seine Schul- und Universitätsausbildung mit einem Diplom in Elektrotechnik am Hindenburg-Polytechnikum in Oldenburg ab. Schon bald nach seinem Studienabschluss geriet er in die Wirren des Zweiten Weltkriegs. Aber auch nach Kriegsende blieb er ein Spielball der Weltmächte. Im Jahr 1946 wurde er in die Sowjetunion verschleppt, wo er an den Raketen- und Satellitenprogrammen des Landes mitarbeitete. Nach seiner Entlassung im Jahr 1952 kehrte er nach Berlin zurück. Bald nach seiner Ankunft lernte er einen amerikanischen Militärpolizisten kennen, der ihn in einem sicheren Haus unterbrachte. Dort verbrachte Preikschat zwei Monate und wurde von der US-Luftwaffe über das Raketenprogramm der Sowjetunion befragt, bevor er im September 1952 endlich wieder mit seiner Frau und seinen Kindern vereint wurde.

Erfinderischer Geist bis ins hohe Alter

Die Wirren des Krieges beeinträchtigten jedoch nicht seine technischen Ambitionen. Von 1952 bis 1954 meldete Fritz Karl Preikschat fünf Patente für seine Erfindung eines Fernschreibers mit sieben Druckdrähten für eine 7x5-Punktmatrix an. 1956 bot sein Arbeitgeber, die Telefonbau und Normalzeit GmbH (TuN), das Gerät der Deutschen Bundespost an, die jedoch kein Interesse zeigte.

1957 wanderte Fritz Karl Preikschat in die USA aus und setzte seine Karriere als Ingenieur in der Luft- und Raumfahrtbranche fort. Mehrere weitere Erfindungen ebneten ihm den Weg, darunter ein Blindlandungssystem für Flughäfen, ein Phased-Array-System für Satelliten, ein neues Feuchtigkeitsmessgerät, ein Hybridautosystem und ein Partikelgrößenanalysator. Im Alter von 83 Jahren ist Fritz Karl Preikschat in Kirkland, Washington, gestorben.

Trüber Start der Punktmatrix-Fernschreibmaschine

Erst 1968 begann der Nadeldrucker seine Karriere als kommerzielles Produkt, hergestellt von der japanischen Firma OKI, die das Gerät OKI Wiredot nannte. Doch trotz der rasanten Entwicklungen in der Druckindustrie in den folgenden Jahren ist der Nadeldrucker immer noch lebendig.

Natürlich ist sein Druckbild nicht so empfindlich wie das, das Laser- oder Tintenstrahldrucker heute erzeugen. Dies ist auf das Konzept der Punktmatrix-Fernschreibmaschine zurückzuführen, die auf einem Druckkopf mit 24 Nadeln basiert. Je nach Struktur des zu druckenden Inhalts schießen diese Nadeln aus ihren Halterungen auf das Farbband und erzeugen so das gewünschte Bild. Dieses sieht etwas gröber aus als die Ausdrucke moderner Drucker.

Technologisch wertvolles Erbe

Der Vorteil des anachronistisch anmutenden Geräts ist der folgende: Nur Nadeldrucker arbeiten tatsächlich mit "Druck" und können dadurch mehrlagiges Papier bis zum letzten Blatt mit Inhalt füllen. Daher sind Nadeldrucker auch heute noch im medizinischen, kommerziellen und behördlichen Bereich im Einsatz. Im Jahr 2013 erhielt OKI für den Nadeldrucker sogar den Titel "Technologisch wertvolles Erbe".

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