Intelligente Sportbekleidung ist eine Chance für gedruckte Elektronik -- drupa - 28. Mai - 7. Juni 2024 - Messe Düsseldorf
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Intelligente Sportbekleidung ist eine Chance für gedruckte Elektronik

















Intelligente Stoffe sind der letzte Schrei. Unternehmen auf der ganzen Welt entwickeln Trikots mit integrierten Sensoren und Fahrradshirts mit GPS-Funktion. Ein Bereich weist besonders großes Potenzial auf: gedruckte Elektronik. Wearable Life Science sucht zum Beispiel nach Unternehmen, die leitfähige und waschbare Materialien auf Stoffe drucken können.

Intelligente Stoffe sind der letzte Schrei. Unternehmen auf der ganzen Welt entwickeln Trikots mit integrierten Sensoren und Fahrradshirts mit GPS-Funktion. Das Marktforschungsunternehmen Gartner sagt voraus, dass intelligente Hemden der nächste Hit auf dem Lifestyle- und Fitnessmarkt sein werden, ähnlich wie es in diesem Jahr die Armbänder zur Aktivitätsmessung waren, so ein Artikel in The Guardian.

Gartner schätzt, dass die Verkäufe von intelligenter Kleidung von nahezu inexistent auf mehr als 10 Millionen im Jahr 2015 und 26 Millionen im Jahr 2016 ansteigen werden. Bisher haben Marken wie Adidas, AiQ, Underarmour und Ralph Lauren intelligente Trikots für Spitzensportler und Early Adopters entwickelt. Experten sagen jedoch voraus, dass Sportbekleidung mit integrierter Elektronik bald ein Muss für Wochenend-Krieger und Gesundheitsbewusste sein wird.

Wearable Life Sciences ist ein deutsches Start-up-Unternehmen, das diesen Markt ins Visier genommen hat. Sein Anzug Antelope wurde gerade mit dem ISPO Brandnew Award als bester Newcomer im Bereich der Aktivbekleidung ausgezeichnet. Anders als die meisten intelligenten Kleidungsstücke, die sich auf die Messung biologischer Daten wie Herzfrequenz, Körpertemperatur und Schlafzyklen konzentrieren, ist der Antelope-Anzug selbst ein Trainingsgerät. "Seine integrierten Elektroden verstärken die natürliche Muskelkontraktion, die beim Training auftritt, und machen so jedes Workout effektiver", erklärt WLS-Gründer Kay Rathschlag.

Eine elektronische Steuerungseinheit in Smartphone-Größe, die über eine App gesteuert wird, aktiviert die Elektroden und bestimmt die Stärke des Impulses. Die Technologie des Anzugs basiert auf dem Konzept der elektrischen Muskelstimulation (EMS), das in der Rehabilitation, Physiotherapie und im Training von Spitzensportlern eingesetzt und wissenschaftlich untersucht wurde. Der Anzug wurde entwickelt, um den Trainingseffekt bei sportlichen Aktivitäten wie Laufen und Radfahren zu verbessern. Da die Sensoren und Elektroden in den Anzug integriert sind, ist es nun möglich, das EMS-Training für fast jede Aktivität im Freien durchzuführen.

Wearable Life Science hat eine Kickstarter-Kampagne gestartet, um die Technologie vom Prototyp zur Produktion zu bringen. Obwohl alle grundlegenden Teile vorhanden sind, gibt es noch einiges zu tun. Ein Bereich, in dem Rathschlag großes Potenzial sieht, ist die gedruckte Elektronik. Er und sein Team sind auf der Suche nach Unternehmen, die leitfähige Materialien auf Stoffe drucken können. Die Herausforderung: Die Leitfähigkeit muss hoch genug sein, damit die elektrischen Impulse in der gewünschten Stärke abgegeben werden können.

Außerdem muss die gedruckte elektronische Tinte waschbar, dehnbar, haltbar und angenehm zu tragen sein. Wearable Life Science hat mit mehreren Unternehmen gesprochen, die in der Lage sein könnten, ein Produkt in der gewünschten Qualität zu liefern, aber Rathschlag hat sich noch nicht für einen Lieferanten entschieden. Dennoch ist es sehr wahrscheinlich, dass gedruckte Elektronik ein Teil des Designs sein wird: "Mit leitfähiger Tinte gedruckte Drähte wären die einfachste und wünschenswerteste Alternative", sagt Rathschlag, der auch die Verwendung leitfähiger Garne und anderer Materialien in Betracht gezogen hat.

Die großen Unternehmen sind sich der Chancen auf diesem Markt sehr bewusst. DuPont Microcircuit Materials hat dehnbare leitfähige Tinten und Materialien entwickelt, die in intelligente Kleidung integriert werden können. Derzeit ist bereits eine leitfähige Tinte auf Silberbasis erhältlich, während sich andere Tinten und Sensoren noch in der Entwicklung befinden. Nach Angaben von DuPont bieten die neuen Materialien eine haltbare, komfortable, flexible, kostengünstige und fertigungsreife Alternative zu elektronisch leitfähigen Garnen, Polymeren und anderen Materialien.

Die Druckfarben von DuPont werden auf eine dünne Folie aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) aufgetragen, die dann auf das Gewebe laminiert wird. Laut DuPont ist das Material auch nach 100 Waschzyklen noch sehr leistungsfähig. Für intelligente Kleidung ist dies definitiv ein erster Schritt, aber Tintenentwickler, Textildrucker und Sportbekleidungshersteller arbeiten alle an neuen Produkten und Verfahren, die das Feld viel weiter vorantreiben können. In ein paar Jahren könnte intelligente Kleidung so alltäglich sein wie Sportuhren.